Kritik der Kinder- und Jugendkommission an der Regierung Bajus: Land darf Jugendliche bei Corona-Lockerungen nicht länger benachteiligen

Die niedersächsische Kinder- und Jugendkommission hat am Mittwoch (23. Juni) die unzureichende Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen massiv kritisiert. Aus Sicht der Grünen-Fraktion im Landtag behandelt keine anderes Bundesland die Jugendlichen in der Corona-Krise so schlecht. Die Grünen fordern die die Regierung deshalb auf, ihren Kurs zu überdenken und die jüngste Corona- Verordnung umgehend nachzubessern.
Volker Bajus, jugendpolitischer Sprecher:

So schlecht geht kein anderes Bundesland mit seiner Jugend in der Corona-Krise um! Es ist ein Armutszeugnis für die Jugendpolitik der Landesregierung, dass es dieser deutlichen Kritik der Kinder- und Jugendkommission bedarf. Wie schon seit Wochen werden die Betroffenen aus der organisierten Jugendarbeit und ihre Verbände auch bei der jüngsten Verordnung wieder nicht gehört. Diese Ignoranz haben die guten Argumente und die längst vorhandenen Hygienekonzepte der Jugendarbeit nicht verdient. Die jüngste Corona-Verordnung sollte im Interesse der Jugendlichen umgehend nachgebessert werden.

Bisher sind Jugendgruppen selbst unter qualifizierter Aufsicht immer noch auf 10 Personen beschränkt – auf einer Stufe mit privaten Treffen und Gaststättenbesuchen. Die jüngste Erlaubnis für Gruppenreisen bis 16 Jugendliche kommt so spät, dass nun fast alle gebuchten Reisen storniert sind.

Offenbar hat selbst das für die Interessen der Jugendlichen zuständige Sozialministerium ein völlig überkommenes Bild von Jugendlichen und stellt diese unter Generalverdacht, 'verantwortungslos' und eine 'Infektionsgefahr' zu sein. Das Land verstößt gegen deren verbrieftes Recht auf Mitsprache und auf Freiräume und gute Entwicklungschancen. Ausgerechnet jetzt zu Beginn der Sommerferien fallen noch immer viele Angebote für die Jugendlichen aus. Die Landesregierung muss endlich Kinder und Jugendliche fair behandeln - wie alle anderen Bereiche auch.

Hintergrund

Die Kritik an den Corona-Regelungen für die Jugendarbeit, für Jugendbildungsstätten und Jugendfreizeiten dauert seit Wochen an. Zuletzt hatten sich der Landesjugendring, die Sportjugend, das Paritätische Jugendwerk und die Landesarbeitsgemeinschaft der offenen Jugendarbeit am 15.06. in einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten gewandt und dringend die Zulassung von mehr Jugendangeboten gefordert. Zugleich wurde von den Verbänden dazu auch Hygienekonzepte vorgelegt. Auch die Grünen-Landtagsfraktion hatte im Sozialausschuss mehrfach auf die berechtigten Interessen der Kinder und Jugendlichen hingewiesen.

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