Pressemeldung Nr. 3250 vom

Alarmierender Anstieg von Psychiastrie-Zwangseinweisungen nach Betreuungsrecht - Parlamentarische Initiative soll möglichen Rechtsmissbrauch aufklären

Eine parlamentarische Initiative der Landtagsgrünen fragt nach der Praxis von unfreiwilligen Psychatrieeinweisungen in Niedersachsen. Hintergrund sind die Ergebnisse einer Studie der Universitätsklinik Göttingen wonach sich die Zahl der unfreiwilligen Einweisungen von Personen, die nach dem Betreuungsgesetz eine Betreuung erfahren, innerhalb von sechs Jah-ren verdreifacht hat. Die sozialpolitische Sprecherin Ursula Helmhold will jetzt wissen, welche genauen Zahlen der Landesregierung vorliegen und wie diese Entwicklung beurteilt wird. Auch soll beantwortet werden, mit welchen Maßnahmen die Landesregierung gedenkt, diese außerordentlich hohe Zahl von Zwangseinweisungen zu mindern und eine möglicherweise missbräuchliche Anwendung der Vorschriften zu unterbinden.
"Es ist alarmierend, wenn die Studie feststellt, dass offenbar viele Einweisungen unbegründet sind und es für die Betroffenen kaum eine Chance gibt, sich dagegen zu wehren. Dem Verdacht, dass professionelle Betreuer sich der Bewältigung schwieriger menschlicher Probleme durch die Abschiebung der Betroffenen in die Psychiatrie entledigen, muss nachgegangen werden", sagte Helmhold am Mittwoch (heute) in Hannover.

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