Statement Miriam Staudte zur Verlängerung betäubungslose Ferkelkastration

Die GroKo in Berlin untermauert mit einem entsprechenden Gesetzentwurf, die betäubungslose Ferkelkastration bis Anfang 2021 in die Verlängerung zu schicken. Dazu sagt Miriam Staudte, tierschutzpolitische Sprecherin:

Das Tierleid geht weiter. Auf den letzten Drücker bleibt die betäubungslose Ferkelkastration weiterhin erlaubt. Das bedeutet eine Verlängerung der inakzeptabelen Praxis um weitere zwei Jahre. Dass das Bundeslandwirtschaftsministerium gerade jetzt den Einsatz des Narkosemittels Isofluran durch Landwirte erlauben möchte, zeigt: Es ist nur eine Frage des Wollens.

Agrarministerin Otte-Kinast trägt daran eine Mitschuld, denn sie hat vor dem Auslaufen der Frist die Augen ganz fest verschlossen. Das ist keine Politik, das ist Kapitulation. Damit hat das Agrarland Nummer 1 die absolut falschen Signale gesendet.

Zum Hintergrund

Die Alternativen zur betäubungslosen Kastration existieren bereits. Das was die Branche scheut, sind geringe Mehrkosten für die Arbeit der Tierärzte. Dabei zeigen Umfragen immer wieder, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher bereit sind diese Mehrkosten, von wenigen Cent pro Kilo Schweinefleisch, zu tragen.

Auch stößt die Ebermast nicht, wie oftmals behauptet, auf massive Akzeptanzprobleme. Viele Europäische Nachbarländer wie Belgien, Spanien oder Großbritannien vermarkten seit Jahren erfolgreich Eberfleisch im großen Stil.

Mit der Reform des Tierschutzgesetzes im Jahr 2013 war das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zum 1. Januar 2019 beschlossen worden. Im Raum stand damals auch ein Ende dieser Praxis ab 2015, was gegen die Schweinelobby nicht durchsetzbar war.

Insbesondere Niedersachsen mit Ministerin Otte-Kinast hat sich in den letzten Monaten vehement für eine Verlängerung dieser Frist eingesetzt, da hier rund ein Drittel aller in Deutschland gehaltenen Schweine leben.

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