Statement Miriam Staudte zur betäubungslosen Kastration von Ferkeln

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast will die betäubungslose Kastration von Ferkeln in die Verlängerung schicken.

Miriam Staudte, tierschutzpolitische Sprecherin

"Das betäubungslose Kastrieren von kleinen Ferkeln muss endlich beendet werden. Mit der Immunokastration (Impfung) oder dem Betäuben mit einer Isofluran-Narkose stehen praktikable Methoden zur Verfügung. Die Branche hatte viele Jahre Zeit sich auf das Verbot einzustellen. Doch Tierschutz wird von Otte-Kinast regelmäßig auf den St. Nimmerleinstag verschoben. Nachdem sie das Verbot des Schnabelkürzen bei Puten schon ausgesetzt hat, will sie nun das betäubungslose Kastrieren beibehalten. 

Statt die Tierhaltung positiv weiterzuentwickeln, hält Otte-Kinast an der Produktion von Billigfleisch fest."

Zum Hintergrund

Bereits 2013 wurde von Bundestags und Bundesrat (mit Zustimmung vom CDU/FDP regierten Niedersachsen) das Ende des schmerzhaften Kastrierens von Ferkeln ohne Betäubung beschlossen. Nach langer Übergangsfrist tritt dieser wichtige Fortschritt für den Tierschutz zum 1. Januar 2019 bundesweit in Kraft. Drei Methoden sind für die Betriebe möglich. Das Kastrieren mit Betäubung über eine Narkosemaske (Isofluran) wie es beispielsweise Neulandbetriebe machen, die Ebermast (das bedeutet, kein Kastrieren, sondern Aussortieren der „Stinker“) oder die Impfung gegen Ebergeruch (Immunokastration). Vom Tierschutzbund und Verbraucherseite wird vor allem die Impfung empfohlen, da dabei auf ein schmerzhaftes Kastrieren der Ferkel mit oder ohne Betäubung komplett verzichtet werden kann. Durch die Impfung bleiben die Schweine, wie es das Tierschutzgesetz vorsieht, unversehrt. Der Handel, Tier- und Verbraucherschutz haben erklärt, dass sie die Impfung als geeignetste Maßnahme akzeptieren werden. Sowohl bei der Impfung als auch der Betäubung würden nur Mehrkosten in Höhe von 3-4€ pro Schwein im Vergleich zum so genannten Vierten Weg entstehen.

Die Landwirtschaftsministerin will das Kastrationsverbot zugunsten eines viertes Weg verschieben: In diesem Fall soll ohne tierärztliche Begleitung eine schmerzhafte lokale Betäubung durch Spritze in die Hoden durch die Schweinehalter selbst erfolgen. Die Grünen im Landtag lehnen diese Variante entschieden ab.

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