Pressemeldung Nr. 162 vom

Tierschutzverstöße in Schlachthöfen Miriam Staudte: Videoüberwachung durch den Staat, nicht durch die Betriebe

Darum geht‘s

Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat anlässlich der Tierschutzverstöße in Schlachthöfen eine Videoüberwachung durch die Betriebe selbst gefordert.

Das sagen die Grünen

Miriam Staudte, tierschutzpolitische Sprecherin

„Die Videoüberwachung darf nicht von den Schlachtbetrieben selbst organisiert werden! Mit diesem Vorstoß versucht Agrarministerin Otte-Kinast den Bock zum Gärtner zu machen. Es liegt auf der Hand, dass die Schlachthöfe sich mit dem Angebot der selbstorganisierten Videoüberwachung nur die Tierschützer vom Hals halten wollen.“

„Der Schutz der Tiere in den Betrieben muss unbedingt sichergestellt werden. Als Konsequenz aus den bekannt gewordenen schlimmen Fällen von Tierschutzvergehen fordern wir, dass staatliche Behörden für eine Videoüberwachung in den Schlachthöfen sorgen müssen. Für eine sachgerechte Bewertung muss das Filmmaterial ausschließlich von den amtlichen Veterinären begutachtet werden und nicht durch den Betrieb selbst.“

„Es ist nicht akzeptabel, dass die Unternehmenensleitung des betroffenen Betriebs nun die alleinige Verantwortung auf die schlecht bezahlten Werksarbeiter abwälzt.“

Zum Hintergrund

Das Tierschutzbüro sagte in der Pressekonferenz zu den Tierschutzverstößen in Oldenburg, dass sie von tierschutzwidrigem Vorgehen bei einem Fünftel der Schlachtungen ausgehen.

Im September 2018 hat Agrarministerin Otte-Kinast symbolisch die Videoüberwachung in einem Schweineschlachthof von VION gestartet – allerdings erfolgt die Sichtung des Materials durch Angestellte des Betriebs.

Schon vor Amtsantritt hatte Barbara Otte-Kinast (CDU) angekündigt, ihren Milchviehbetrieb mit Kameras vor Tierschützern sichern zu wollen.

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