Pressemeldung Nr. 116 vom

Rot-Schwarz verschiebt Weideprämie auf St. Nimmerleinstag Miriam Staudte: Trotz Hitzewelle macht sich Otte-Kinast zur obersten Stall-Lobbyistin

Darum geht’s

In der Ostfriesenzeitung hat die Niedersächsische Agrarministerin für die ganzjährige Stallhaltung geworben – auf der Weide würden Tiere von Insektenschwärmen geplagt. Die Grünen im Landtag kritisieren die Aussagen der Ministerin und fordern weiterhin eine Weidetierprämie zur Förderung der Weidehaltung. Die anhaltende Hitzewelle spitze zudem die ohnehin schon schwierigen Haltungsbedingungen in Massentierställen zu.

Das sagen die Grünen

Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin

„Wenn es nach Agrarministerin Otte-Kinast geht, sollen Niedersachsens Kühe ganzjährig in den Stall. Gerade bei der anhaltenden Hitzewelle müssen Weidetiere raus aus dem Stall ins Freie. Während andere Bundesländer wie Thüringen mit einer Weidetierprämie die Weidehaltung fördern oder durch die Vermarktung mit einem Weidemilchlabel einen Mehrgewinn für die Landwirtschaft erzielt werden soll, steuert Otte-Kinast in die entgegengesetzte Richtung. Kleine Milchviehställe sollen wegrationalisiert werden und eine Milchindustrie mit Großbetrieben wie im Geflügelsektor aufgebaut werden. Ministerpräsident Weil, muss seine irrlichternde Agrarministerin stoppen, wenn es noch weiter Kühe auf der Weide geben soll.“

„Statt sich zur obersten Massentierstall-Lobbyistin zu machen, sollte sich Otte-Kinast der drängenden Frage annehmen, wie es derzeit den Schweinen und Hühnern in den heißen Ställen geht. Schweine und Geflügel können sich nicht über Schweißdrüsen abkühlen – und die Hitzeperiode wird andauern. Wir werden mit einer Anfrage nachhaken, wie sich die Hitzewelle auf die Stalltiere auswirkt.“

Zum Hintergrund

Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat bei einem Besuch eines Milchviehbetriebs in Ostfriesland geäußert, dass die ganzjährige Stallhaltung besser sei, als die Weidehaltung von Kühen. Sie sagte laut Ostfriesenzeitung, dass Kühe derzeit von Insektenschwärmen auf der Weide geplagt würden, im Stall hingegen nicht. Man müsse die Stallhaltung in der Öffentlichkeit stärker propagieren. Die von Ministerpräsident Stephan Weil angekündigte Weideprämie für Schafe, Ziegen und Rinder will sie hingegen aus ideologischen Gründen nicht.

Im Gegensatz zur Schweine- und Geflügelhaltung ermöglichen noch zwei Drittel der Milchviehbetriebe ihren Tieren einen Weidegang. Durch den Kostendruck geht die Entwicklung jedoch zur reinen Stallhaltung, die billigere Milch produzieren kann. Noch ist die Mehrheit der Kühe in Niedersachsen gelegentlich auf der Weide. Gerade bei großen Ställen nimmt die Möglichkeit des Weidegangs jedoch ab. Ab einer Größe von 500 Tieren kommen nur noch 7 Prozent der Kühe auf die Weide.

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