Statement Miriam Staudte: Ökologischer Umbau der Landwirtschaft ist überfällig

Die von den Grünen beantragte Anhörung im heutigen Agrarausschuss des Landtags hat die Notwendigkeit eines klimafreundlichen Umbaus der Landwirtschaft eindrücklich untermauert.

Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion:

„Ein Jahr nach Antragsstellung hat die heutige Anhörung unsere GRÜNE Forderung nach einem klimafreundlichen Umbau der Landwirtschaft untermauert. Es ist dringend notwendig, Niedersachsens Tierbestände zu reduzieren und den Erhalt von Mooren und Grünland zu fördern. Gerade die Grünland-Böden in der Wesermarsch speichern mit 122t überdurchschnittlich viel Kohlenstoff pro Hektar. Die Mehrheit der Experten befürwortete den Ausbau des Ökolandbaus. Ökolandbau trägt durch Speicherung von mehr CO2 im Boden zum Klimaschutz bei, außerdem ist der humusreiche Boden wasserspeichernd. Die Landwirtschaftsministerin halt bislang keine Klima-Maßnahmen in die Wege geleitet.“

Zum Hintergrund

Bereits am Ende des Dürresommers 2018 hat die GRÜNE Landtagsfraktion den Antrag „Landwirtschaft nach Dürre und Hitzewelle nachhaltig neu ausrichten“ gestellt. In Niedersachsen ist die Landwirtschaft für 27 bis 28 Prozent der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich. Hohe Tierbestände, der Umbruch von Grünland in Ackerland, Verlust von Moorböden aber auch der Import von Futtersoja aus Südamerika tragen zu einer Verschärfung der Klimakrise bei. Eine Wende zu einer ökologischen und naturverträglichen Landwirtschaft kann somit einen wichtigen Beitrag zu Klimaanpassung und Klimaschutz leisten.

Prof. Dr. Katharina Helming vom Leibnitz-Institut für Agrarlandforschung betont in ihrer Stellungnahme: „In der Landwirtschaft entfällt ein Großteil der Treibhausgasemissionen auf die Tierhaltung“.  Diverse Studien u.a. des Thüne-Instituts haben ergeben, dass insbesondere beim Ackerbau ökologische Landwirtschaft einen deutlichen Klimavorteil gegenüber konventioneller Wirtschaftsweise hat, trotz etwas geringerer Produktionsleistung. Rechnet man bei der Tierhaltung die externen Kosten durch den Flächenverbrauch in Südamerika ein, gilt dies auch für die Fleischerzeugung. Niedersachsen gehört mit etwas über 4% zu den Schlusslichtern im Ökolandbau trotz steigender Absatzmärkte. In der schriftlichen Unterrichtung von Oktober 2018 hat das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium zwar Handlungsschwerpunkte genannt, aber keine davon umgesetzt.

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