Pressemeldung Nr. 1 vom

Brennpunktschulen Julia Hamburg: Schulen brauchen einen Sozialindex statt Alibiprogramm

Darum geht’s

Das Kultusministerium hat die Antwort auf eine grüne Anfrage zur Unterrichtsversorgung und zu den Arbeitsbedingungen an den Schulen im Programm ‚Schule PLUS‘ vorgelegt.

Das sagen die Grünen

Julia Hamburg, schulpolitische Sprecherin

„Das Programm ‚Schule PLUS‘ der Landesregierung erweist sich als reines Alibiprojekt. Es ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Probleme der Schulen, die unter besonders schwierigen Rahmenbedingungen arbeiten, löst das Programm nicht im Ansatz. Mit den 15 Lehrerwochenstunden, die der Kultusminister diesen Schulen zugesteht, kann in den meisten Fällen nicht einmal der Lehrkräftemangel an den Schulen ausgeglichen werden. Trotz dieses Alibiprogramms bleiben sie deutlich unter 100 Prozent.“

„Minister Tonne hat kein Konzept, wie er den sogenannten Brennpunkten die erforderlichen Lehrkräfte überhaupt zur Verfügung stellen kann. Hier muss an der Wurzel des Problems angesetzt werden: Ein Sozialindex, auf dessen Grundlage den Schulen gezielt zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt und somit die Arbeitsbedingungen verbessert werden könnten, wäre eine gute Antwort auf die bestehenden Probleme an Brennpunktschulen.“

Zum Hintergrund

Zusammenfassend wird deutlich, dass die meisten dieser Schulen eine so schlechte Unterrichtsversorgung haben, dass sie auch durch das Programm ‚Schule PLUS‘ nicht auf 100 Prozent kommen. Zudem sind die Arbeitsbedingungen an diesen Schulen offenkundig so unattraktiv, dass zum Schuljahresbeginn weniger als die Hälfte der freien Stellen besetzt werden konnten und viele Lehrkräfte beantragt haben, von diesen Schulen wegversetzt zu werden.

Die Antwort der Landesregierung auf die Anfrage „Unterrichtsversorgung und Arbeitsbedingungen an den Schulen im Programm ‚Schule PLUS‘“ zeigt, dass 14 von den 20 Schulen, die an diesem Programm teilnehmen, mehr als 15 Lehrerwochenstunden an einer vollen Unterrichtsversorgung fehlen. An 11 der 20 Schulen fehlen sogar mehr als 30 Lehrerwochenstunden und in einzelnen Fällen beträgt das Defizit bis zu 190 Lehrerwochenstunden.
Zum 1.8.2018 konnten nur 19 der an den 20 Schulen insgesamt 39 ausgeschriebenen Stellen besetzt werden (48,7%). Zum Vergleich: Insgesamt konnten 92,7% der insgesamt an Grund-, Haupt- und Realschulen ausgeschriebenen Stellen besetzt werden.
Zugleich haben im Schuljahr 2018 an den beteiligten 20 Schulen bereits 34 Lehrkräfte ihre Versetzung an eine andere Schule beantragt.

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