Pressemeldung Nr. 330 vom

Wahlkampf auf Kosten des Naturschutzes Hannoversches Moor-Projekt darf nicht am Umweltminister scheitern

Die geplante Renaturierung von Hochmooren in der Region Hannover darf nicht an "billigem Wahlkampfgetöse" des niedersächsischen Umweltministers Sander scheitern, fordern die Grünen.

"Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass ein Lobbyist mit Ministeramt ein lange und intensiv geplantes Moorschutzprojekt zu Fall bringt, weil er sich wieder einmal als Anti-Naturschutz-Rambo profilieren will", sagte Dorothea Steiner, umweltpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen.

Schließlich seien die für das Renaturierungsprojekt zugesagten Fördermittel des Bundes nur mit einer positiven Stellungnahme des Niedersächsischen Umweltministeriums bewilligt worden. "Was Sander da macht, ist auch über den Einzelfall hinaus fatal: Der Bund wird sich künftig zweimal überlegen, ob er noch Geld in niedersächsische Projekte investiert, wenn dort ein Minister sitzt, der intensive Vorbereitungen an der sein eigenes Haus beteiligt war, mit einem Federstrich vom Tisch wischt", befürchtet Dorothea Steiner.

Für die Grünen ist die Renaturierung von Mooren nicht nur aus Gründen des Naturschutzes wichtig. Aus den entwässerten Mooren entweichen erhebliche Mengen an klimaschädlichem CO2. Nach Angaben des Umweltministeriums stammen rund 8% der CO2-Emissionen des Landes aus Mooren. "Das ist etwa 2/3 dessen, was der gesamte PKW-Verkehr in Niedersachsen ausstößt. Nur mit der Wiedervernässung lasse sich dieser Prozess stoppen, so Steiner.

Das Vorgehen Sanders, einen Gesprächstermin mit Regionspräsident Jagau platzen zu lassen, spricht nach Meinung der Grünen Bände. "Dieser Minister macht nicht Naturschutz mit den Menschen, sondern einseitige Lobbypolitik gegen sie", sagte Dorothea Steiner.

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