Pressemeldung Nr. 378 vom

Grüne zum Niedersächsischen Jagdgesetz: Chance verpasst!

Als "verpasste Chance" bezeichnen die Landtagsgrünen den auf der heutigen Kabinettssitzung vorgelegten Jagdgesetzentwurf. "Das zuständige Ministerium hätte die Möglichkeit gehabt, die rechtlichen Grundlagen für eine Jagd zu legen, die als ökologisches Handwerk bezeichnet werden kann," äußerte Hans-Jürgen Klein, agrarpolitischer Sprecher seine Kritik. Der natürlichen Waldentwicklung werde kein Vorrang vor der Wildbestandsdichte eingeräumt und auch eine längst überfällige Demokratisierung des Jagdwesens werde mit diesem Gesetzentwurf nicht eingeleitet.
Die Jagd in Naturschutzgebieten hat nach Ansicht der Landtagsgrünen ausschließlich dem Schutzzweck zu dienen, in Konfliktfällen soll die Naturschutzbehörde entscheiden, Jagdbelange sollen in solchen Fällen eindeutig nachrangig behandelt werden.
"Von einem modernen Jagdrecht erwarten wir, dass Abschied von der Funktion des Jägers als Regulator wildlebender Tierarten genommen wird. Die nach dem Gesetzentwurf eingeräumte ”šNotzeiten‚-Fütterung macht ihn wieder dazu. Aber wie überall sind auch in Deutschland die Wildtiere an die klimatischen Bedingungen angepasst und brauchen nicht die Hilfe der Menschen, um einen Winter zu überleben."
Auf Kritik stößt auch, dass nicht alle jagdlichen Organisationen, sondern nur die Landesjägerschaft Vorschlagsrecht für die Wahl des Kreisjägermeisters haben sollen. "Der Gesetzentwurf hält an der Monopolstellung des Vereins ”šNiedersächsische Landesjägerschaft‚ fest, und verbrieft ihm gesetzlich Exklusivrechte. Das Bundesjagdgesetz ist hier demokratischer, ihm sollte gefolgt werden," forderte Klein.

Zurück zum Pressearchiv