Pressemeldung Nr. 215 vom

Grüne warnen vor Zweiklassen-System bei Hochschulen - "Verselbständigung als Stiftungen macht MWK überflüssig"

Vor einem Zweiklassen-System in der niedersächsischen Hochschullandschaft hat am Mittwoch die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grüne gewarnt. „Die von der Landesregierung angestrebte Verselbständigung der Universitäten als Stiftungen darf die Kluft zwischen gewachsenen Standorten wie Göttingen oder Hannover und relativen Neugründungen wie Oldenburg, Osnabrück oder Lüneburg nicht vertiefen“, erklärte der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Michel Golibrzuch, am Mittwoch in Hannover.
Diese Gefahr drohe dann, wenn den Hochschulen der vorhandene Bestand an Grundstücken und Gebäuden als Stiftungsvermögen übertragen werde. Während die traditionellen Standorte über gewaltige Immobilienreserven verfügten, lebten die jungen Hochschulen weitgegehend „von der Hand in den Mund“. Golibrzuch: „Die Möglichkeit, sich über Immobilienverkäufe zusätzliche Finanzmittel zu erschliessen, läge einseitig bei den Altstandorten.“
Grundsätzlich begrüssen die Grünen die Absicht der Landesregierung, den Hochschulen mehr Eigenverantwortlichkeit zu übertragen. Nach Abschluss der grossen NHG-Novelle stelle sich dann aber auch die Frage nach der Existenzberechtigung des Wissenschaftsministeriums. Golibrzuch: „Wir sind der Auffassung, dass ein eigenständiges Hochschulministerium nach 2003 überflüssig wird, und die Personalplanung des Ressorts müsste dies heute schon berücksichtigen.“

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