Pressemeldung Nr. 52 vom

VW-Hauptversammlung Grüne fordern von VW und Land Abkehr von SUV-Strategie

Darum geht’s

Volkswagen berät auf seiner diesjährigen Hauptversammlung in Berlin von Dienstag an auch über den von VW-Chef Diess angekündigten Strategiewechsel weg von fossilen Verbrennungsmotoren hin zur E-Mobilität. Gleichzeitig plant VW den Ausbau seiner Palette an großen Modellen, insbesondere von schweren und energieintensiven SUV-Modellen.

Das sagen die Grünen

Anja Piel, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag, und Julia Verlinden, niedersächsische Grünen-Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Energiepolitik:

VW treibt den Umstieg auf elektrische Antriebe bei seinen Fahrzeugen voran und bereitet so den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor vor. Das ist angesichts der sich zuspitzenden Klimakrise ein richtiger und notwendiger Schritt. Gleichzeitig will der Konzern die E-Mobilität bei den besonders großen und teuren Autos starten und insbesondere an seiner SUV-Strategie festhalten: Allein bis 2020 will VW sein Angebot im Segment der schweren und großen Varianten an Sport- und Geländewagen um mehr als 20 Modelle erweitern. Das passt absolut nicht mit dem angekündigten Umstieg auf klima- und ressourcenschonende Fahrzeuge zusammen.

Wir fordern die Konzernspitze von VW und das Land Niedersachsen als einflussreichem VW-Aktionär auf, den eingeleiteten Umbau des Unternehmens hin zu nachhaltiger Mobilität zügig und konsequent voranzutreiben. Dazu gehört für uns ein klares Signal auf der Hauptversammlung, sich von der bisherigen SUV-Strategie zu verabschieden. Denn für eine erfolgreiche Energiewende im Verkehrsbereich kommt es nicht nur auf saubere Antriebe an, sondern auch auf die Energieeffizienz der Fahrzeuge. Je schwerer und größer die Fahrzeuge sind, desto mehr Rohstoffe und Energie verbrauchen sie. Das gilt gerade auch für Elektro-Fahrzeuge.  

Um als Autohersteller auch im nächsten Jahrzehnt erfolgreich zu sein, sind jetzt Fahrzeugkonzepte gefragt, die zur Verkehrswende in den Städten und auf dem Land passen. Vernetzt, sparsam und elektrisch sind dafür die Stichworte. Überzüchtete SUV mit Leergewichten von zwei Tonnen und mehr und überdurchschnittlichem Energieverbrauch sind die falschen Antworten für die Anforderungen an eine verkehrs-, umwelt-, und klimagerechte Mobilität, die die junge Generation Freitag für Freitag auf den Straßen einfordert.

Niedersachsens Landesregierung hat gerade angekündigt, den überfälligen Strukturwandel in der Automobilwirtschaft zu fördern. Als Eigner von Volkswagen haben Ministerpräsident Stephan Weil und sein Wirtschaftsminister Althusmann unmittelbar Gelegenheit mit dafür zu sorgen, dass der weltgrößte Automobilkonzern den ökologischen Umbau konsequent vorantreibt.

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