Pressemeldung Nr. 80 vom

Ministerin Otte-Kinast wildert in fremdem Revier Christian Meyer: ‚Einfach mal einen Wolf abknallen‘ ist Aufruf zu Straftaten

Darum geht‘s  

In einem Interview mit der HAZ von heute hat die Landwirtschaftsministerin die Jagdfreigabe auf Wölfe gefordert mit der Begründung, dass Touristen wegblieben. Die Grünen im Landtag kritisieren das Agieren von Otte-Kinast scharf und fordern Fakten statt Populismus.

Das sagen die Grünen

Christian Meyer, naturschutzpolitischer Sprecher

„Die Rückkehr des Wolfes nach Niedersachsen ist eine Erfolgsgeschichte und wird von der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung begrüßt. Ein Einbrechen der Tourismuszahlen wegen des Wolfes ist überhaupt nicht belegt. Im Gegenteil: Gerade in der Lüneburger Heide steigt die Zahl der Gäste."

„Billiger Populismus auf dem Rücken des Naturschutzes nützt nichts, die Schaf- und Rinderhalter brauchen die von der Landwirtschaftsministerin verweigerte Weidetierprämie. Ein günstiger Erhaltungszustand des Wolfes ist bei weitem nicht erreicht. Eine Regulierung etwa durch Jagd ist und bleibt daher illegal. Das haben auch die niedersächsische Landesregierung, die CDU-geführte Bundesregierung sowie die EU wiederholt bestätigt.“

„Mit ihren wiederholten Forderungen nach willkürlichen Abschüssen, ‚um dem Wolf eine Grenze zu zeigen‘, wildert die Agrarministerin in fremdem Revier von Umweltminister Olaf Lies, ignoriert das geltende Naturschutzrecht und billigt Straftaten wie das Wildern von Wölfen. Die Agrarministerin sollte endlich abrüsten und sich stattdessen beim Umweltminister für einen wirksamen Herdenschutz auch in den Deichregionen einsetzen.“

Zum Hintergrund

Der Wolf ist naturschutzrechtlich als seltene Tierart streng geschützt. Der Erhaltungszustand muss auf Bundesebene in Abstimmung mit der EU ermittelt werden, ein günstiger Erhaltungszustand und ist nach Angaben von Bund und EU nicht erreicht. In Niedersachsen wurden bereits fünf Wölfe illegal getötet. In einer Anfrage an die Landesregierung fragen die Grünen nach dem Erhaltungszustand des Wolfes, und ob die Prognosen der CDU von 40.000 Wölfen in Deutschland im Jahr 2030 angesichts der Reviergrößen von Wolfsrudeln realistisch sind.

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