Pressemeldung Nr. 108 vom

Wolf-Population in Niedersachsen Christian Meyer: CDU verbreitet unseriöse Berechnungen und Rotkäppchen-Märchen

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Darum geht’s

Bis 2030 werde es über 40.000 Wölfe in Deutschland geben, das behauptet der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer. Auf Anfrage der Grünen bestätigte das niedersächsische Umweltministerium nun, dass solche Hochrechnungen seriös nicht möglich seien. 

Das sagen die Grünen

Christian Meyer, naturschutzpolitischer Sprecher

„Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende stellt völlig haltlose Behauptungen auf, um Ängste vor dem Wolf zu schüren. Das ist unseriös, wie nun auch das Umweltministerium bestätigt. Die CDU sollte aufhören, Rotkäppchen-Märchen zum Wolf zu verbreiten.“

„Der günstige Erhaltungszustand des Wolfes ist nach Angaben des Umweltministeriums längst nicht erreicht. Daran wird auch die von Umweltminister Lies angekündigte Besenderung nichts ändern. Eine Bejagung ist und bleibt unzulässig.“

„Wolfsfreie Zonen oder Abschüsse in vermeintlichen Problemregionen sind rechtlich nicht umsetzbar, das musste nun auch das Umweltministerium einräumen. Eine Aufnahme ins Jagdrecht, wie von der CDU gefordert, wird von der Landesregierung abgelehnt und ist nicht Gegenstand der laufenden Jagdgesetznovelle. CDU und SPD sollten sich endlich auf die Verbesserung des Herdenschutzes konzentrieren.“

Zum Hintergrund

Auf Anfrage der Grünen bestätigt das Umweltministerium, dass sich die Populationsentwicklung des Wolfes durch die Verfügbarkeit geeigneter Territorien begrenzt ist. Es ist folglich wissenschaftlich nicht belastbar, die heutige Entwicklung der Wolfszahlen über die kommenden Jahre fortzuschreiben. Das Wachstum der Wolfspopulation werde sich in den nächsten Jahren deutlich abschwächen. Ebenso ist der günstige Erhaltungszustand des Wolfes noch lange nicht erreicht. Zur Zeit gibt es lediglich 150 Wölfe in Niedersachsen. Allein in Niedersachsen sind in den letzten Jahren 38 Wölfe illegal geschossen oder überfahren worden. Wolfsfreie Gebiete, etwa entlang der Deiche, sind rechtlich nicht möglich. 

Entgegen früherer Zusagen sind die für Cuxhaven und Goldenstedt angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung des Herdenschutzes immer noch nicht umgesetzt. Für Cuxhaven soll nun ein über 5 Jahre laufendes Herdenschutz-Modellprojekt starten. 

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