Swantje Schendel: Rede zum Antrag der AfD zu Kinderehen
TOP 26 - Minderjährige vor sexueller Gewalt, Misshandlung und Ausbeutung schützen: Task-Force „Kinderehen“ im Niedersächsischen Landes- jugendamt einrichten!
- Es gilt das gesprochene Wort -
Kinderehen und Zwangsverheiratungen sind schwere Verletzungen von Kinderrechten. Da gibt es kein Relativieren. Mädchen und junge Frauen brauchen Schutz, Beratung und sichere Wege aus Gewalt und Abhängigkeit.
Aber genau deshalb ist dieser Antrag der AfD – mal wieder – so gefährlich. Er nimmt ein reales Problem und macht daraus eine migrationspolitische Kampagne. Statt Betroffene zu stärken, stellt er ganze Familien, Communities und sogenannte „Milieus“ unter Generalverdacht. Das ist kein Kinderschutz.
Das ist die bekannte Agenda einer Partei, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird und rechtsextreme Erzählungen immer wieder in parlamentarische Anträge verpackt.
Wer Kindern wirklich helfen will, braucht keine anlasslose Durchleuchtung von Familien. Wer Kindern wirklich helfen will, stärkt Jugendämter, Schulen, Beratungsstellen, Frauenhäuser und spezialisierte Angebote gegen Zwangsverheiratung.
All das machen wir mit unseren Initiativen zum Kinderschutz, zur Demokratiebildung in Schule und konkreten finanziellen Förderungen: Für das Krisentelefon Zwangsheirat von Kargah e.V., für Schutzwohnungen und die Beratungsarbeit von SOLWODI.
Gelder, die die AfD regelmäßig mit der Behauptung, es handle sich hier um „linke NGOs“, streichen will. So ernst ist es ihr mit dem Kinderschutz dann doch nicht.
Und, liebe Kolleg*innen, Lücken beim Dunkelfeld schließen wir nicht mit rassistischen Verdachtsrastern, sondern mit seriöser Forschung, guter Zusammenarbeit der Behörden und niedrigschwelligen Hilfen für Betroffene.
Wir brauchen klare Schutzketten, vertrauliche Hilfe, mehrsprachige Beratung und Fortbildungen für Fachkräfte. In all das investiert die Landesregierung, all das organisieren die Kommunen vor Ort.
Für uns ist klar: Kinderschutz heißt, Kindern Rechte, Sicherheit und Vertrauen zu geben. Nicht, sie für rechte Stimmungsmache zu instrumentalisieren.