Christian Schroeder: Rede zum Haushaltsschwerpunkt: Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
TOP 32 Haushaltsberatungen 2026 - Haushaltsschwerpunkt: Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
- Es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrte Frau Präsidentin,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
der Haushaltsplan Agrar steht exemplarisch für eine Politik der Verlässlichkeit. Er setzt nicht auf kurzfristige Leuchttürme, sondern auf verstetigte Strukturen, die wirken – im Alltag der Menschen.
Mit etwa 585 Millionen Euro Gesamtausgaben ist der Agrarhaushalt auch ein zentraler Baustein für Ernährung, Verbraucherschutz, Tierwohl und Forstpolitik in Niedersachsen.
Erstens: Ernährung und Verbraucher*innenbildung
Ein gutes Beispiel ist das EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch.
Hier sprechen wir über Geld, das nicht mehr wie früher jedes Jahr neu erkämpft werden muss, sondern dauerhaft abgesichert ist.
Bei Regierungsübernahme im Schuljahr 2022/2023 nahmen etwa 960 niedersächsische Schulen und 700 Kindertageseinrichtungen am EU-Schulprogramm teil. Jetzt sind es 2600 Einrichtungen.
Davon profitieren landesweit etwa 360.000 Kinder — unabhängig vom Einkommen der Eltern, so viele wie nie zuvor.
Doch mindestens genau so wichtig sind die außerschulischen Lernorte.
Seien es der Bauernhof als Klassenzimmer, die schulische Ernährungsbildung oder die Umwelt- oder Waldpädagogik – diese Angebote sind jetzt dauerhaft verstetigt.
Auch hier geht es nicht um Einzelprojekte, sondern um dauerhafte Bildungsstrukturen, für die mehrere Millionen Euro pro Jahr bereitstehen.
Das ist eine Investition in Wissen und Zukunft, Wertschätzung für Lebensmittel und in mündige Verbraucherinnen und Verbraucher.
Zweitens: Ehrenamt, ländlicher Raum
Besonders hervorheben möchte ich die Förderung von Verbänden, Vereinen und Organisationen in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Hier geht es um Landfrauen, Verbraucher*innenorganisationen, Bildungsinitiativen und viele ehrenamtlich getragene Strukturen, die den ländlichen Raum zusammenhalten.
Diese Mittel sind gut angelegt.
Die Landfrauen leisten tagtäglich einen unschätzbaren Beitrag in der Bildungsarbeit und der Dorfentwicklung. Sie sind damit ein Grundpfeiler unseres gesellschaftlichen Zusammenhaltes.
Für den ländlichen Raum und seine Entwicklung sind satte 11,5 Millionen Euro mehr im Haushalt!
Drittens: Tierschutz und Tiergesundheit
Auch ins Veterinärwesen, in die Tiergesundheit und in den Tierschutzvollzug fließt viel Geld.
An dieser Stelle auch nochmal ausdrücklich mein herzlicher Dank an den Finanzminister, Gerald Heere, dass die langersehnten 40 Millionen Euro für das kommunale Veterinärwesen nun auf dem Weg sind.
Viertens: Forst, Wald – und die Landesgartenschau
Auch beim Wald setzt der Haushalt auf Langfristigkeit.
Für die Wiederbewaldung des Harzes, den Waldumbau, Waldschutz und Beratung im Privat- und Kommunalwald stehen Millionenbeträge bereit – verstetigt angesichts von Dürre, Stürmen und Klimawandel.
In diesem Zusammenhang ist auch die Landesgartenschau zu nennen.
Sie ist weit mehr als ein touristisches Event: Sie verbindet Stadtentwicklung, Grünflächen, Umweltbildung und regionale Wertschöpfung mit nachhaltigem Tourismus. Die Landesgartenschau schafft dauerhafte Grün- und Erholungsräume, stärkt Kommunen und macht Themen wie Klimafolgenanpassung, Biodiversität und nachhaltige Ernährung für viele Menschen erlebbar.
Meine Damen und Herren,
der Agrarhaushalt 2026 ist kein Haushalt der schnellen Schlagzeilen.
Er ist ein Haushalt der Verstetigung, der Verlässlichkeit und der praktischen Wirkung:
- Schulobst statt Symbolpolitik,
- außerschulische Lernorte statt Einmalprojekte,
- starke Landfrauen,starke Landverbände statt wirkungsloser Ehrenamtsromantik,
- und nachhaltiger Waldumbau statt kurzfristiger Reparaturen.
Genau so sieht verantwortungsvolle grüne Haushalts- und Agrarpolitik aus.
Vielen Dank.