Mangelnde Lesekompetenz bei der CDU?

Julia Willie Hamburg: Schulstudie bestätigt rot-grüne Bildungspolitik in Niedersachsen

Darum geht’s

Die CDU-Landtagsfraktion hat eine von der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz in Auftrag gegebene „Schulstudie 2016“ vorgestellt. Der „Schulstudie 2016“ liegt eine von infratest dimap durchgeführte repräsentative Umfrage zugrunde.

Das sagen die Grünen

Julia Willie Hamburg, Mitglied im Kultusausschuss, kinder- und jugendpolitische Sprecherin

„Mir ist völlig unverständlich, wie die CDU aus ihrer Studie herauslesen kann, dass die rot-grüne Landesregierung Schulpolitik gegen die Bevölkerungsmehrheit betreibe. Wer diese Studie liest, muss zu einem genau entgegengesetzten Eindruck kommen.“

„Besonders freut mich, dass mit 59 Prozent eine deutliche Mehrheit der Befragten in Niedersachsen das Schul- und Bildungssystem gut oder sehr gut findet. Damit liegt Niedersachsen im Bundesvergleich auf dem sechsten Platz und über dem Bundesdurchschnitt.“

„Auch für ihre Kehrtwende bei der schulischen Inklusion findet die CDU in ihrer eigenen Studie keine Bestätigung: 44 Prozent der Befragten sind der Überzeugung, dass Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an inklusiven Schulen bessere Lernerfolge erzielen als an Förderschulen, während nur 29 Prozent gegenteiliger Meinung sind.“

„Es ist bewusste Irreführung, wenn die CDU suggeriert, dass sich die Mehrheit der Befragten für den Erhalt der Förderschulen Lernen ausgesprochen habe. Tatsächlich wurde in der Studie gar nicht nach dem Erhalt der Förderschule Lernen gefragt, sondern nach den Förderschulen allgemein. Förderschulen mit den Förderschwerpunkten geistige und körperliche Entwicklung, Sehen und Hören wird es auch in Niedersachsen weiterhin geben.“

Zum Hintergrund

Noch im Jahr 2012 hatte die damalige CDU/FDP-Koalition beschlossen, dass die Förderschulen Lernen im Primarbereich jahrgangsweise auslaufen sollen.