Freundeskreis Niedersachsen/Thüringen in Duderstadt

Julia Hamburg: Menschenverachtende Hetze darf nicht unterschätzt werden

Darum geht’s

Die grünen Landtagsabgeordneten Julia Willie Hamburg und Helge Limburg haben die Kundgebung des Freundeskreises in Duderstadt am 10. Januar 2016 beobachtet und stellen nun eine Anfrage an die Landesregierung, um mehr über die ideologische Ausrichtung, Organisationsstrukturen und Vernetzung des Freundeskreises zu erfahren.

Das sagen die Grünen

Julia Willie Hamburg, Sprecherin für Antifaschismus

„Der Freundeskreis in Duderstadt ist kein harmloser Bürgertreff. Was Woche für Woche in der Duderstädter Altstadt geschieht, ist Stimmungsmache gegen Geflüchtete und ihre Unterstützer eingebettet im Kleinstadtidyll. Anders als klassische Pegida-Ableger versucht der sogenante Freundeskreis gar nicht erst, Wolf im Schafspelz zu sein – die rassistischen, völkischen und antidemokratischen Inhalte der Redebeitrage sind nicht zu überhören. Auch ihre Facebookseite spricht eine eindeutige Sprache.“‎

„Die Teilnehmer rekrutieren sich zum Teil aus der organisierten Neonazi-Szene in Südniedersachsen und Thüringen. Die personellen Verbindungen zwischen den regionalen Szenen und den Akteuren müssen aufgeklärt und Teil der öffentlichen Debatte werden. Wir werden das Bündnis ‚Duderstadt bleibt bunt statt braun‘ sowohl parlamentarisch als auch auf der Straße unterstützen, damit der sogenannte Freundeskreis sich gar nicht erst etablieren kann.“

Zum Hintergrund

In Duderstadt (Landkreis Göttingen) mobilisiert der Freundeskreis Niedersachsen/Thüringen seit November/Dezember 2015 regelmäßig zu wöchentlichen Kundgebungen. Der Freundeskreis wird von regionalen Medien aufgrund der Stimmungsmache gegen Geflüchtete als „Pegida-Ableger“ beschrieben. Auf der Kundgebung des Bündnisses „Duderstadt bleibt bunt statt braun“ hat unter anderem der stellvertretende Ministerpräsident und Umweltminister Stefan Wenzel zu den Anwesenden gesprochen und das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Rechts gelobt.

Die Grüne Landtagsfraktion hat zum sogenannten „Freundeskreis Niedersachsen/Thüringen“ eine mündliche Anfrage in den Landtag eingebracht.