Abwärtsspirale des Milchpreises

Hans-Joachim Janßen: Freiwillige Liefermengenbegrenzung muss honoriert werden

Darum geht´s

Der Landvolkvizepräsident Albert Schulte to Brinke thematisierte heute (7. März 2016) in einer Pressekonferenz die aktuell prekäre Lage der Milchviehhalter.

Das sagen die Grünen

Hans-Joachim Janßen, agrarpolitischer Sprecher

„Auch wir beobachten den Milchpreisverfall mit großer Sorge. Allerdings sehen wir die Lösung nicht in der quantitativen Erschließung neuer Märkte. Um die Abwärtsspirale des Milchpreises aufhalten zu können, brauchen wir eine freiwillige Begrenzung der Liefermengen. So ist es dringend erforderlich, Betriebe zu honorieren, die diesen Weg gehen wollen.“

„Eine Absenkung der Umwelt- und Naturschutzstandards ist mit uns nicht zu machen. Wer glaubt, das eigentliche Problem seien entsprechende Auflagen, verkennt das eigentliche Problem. Die Ursache der Milchkrise liegt in einer Landwirtschaftspolitik, die auf Weltmarktorientierung und Mengenausweitung setzt.“

„Abhilfe bei der Milchkrise kann nur eine Neuorientierung der Agrarpolitik sein. Wir müssen unsere Produktion auf den heimischen Markt ausrichten, der natürlich auch ein europäischer Markt ist. Die von Landwirtschaftsminister Christian Meyer im Oktober angestoßene Weidemilchcharta ist hier ein entscheidender Schritt.“

Zum Hintergrund

Der seit dem Wegfall der Milchquote vorangeschrittene Milchpreisverfall hat die wirtschaftliche Situation in der Milchwirtschaft dramatisch zugespitzt. Die Anzahl der Hofaufgaben hat entsprechend zugenommen. Ursache hierfür ist die Ausweitung der Milchfördermenge sowie weltweit geringe Erzeugerpreise. Nicht nur in der Bundesrepublik, auch in den Niederlanden und Belgien liegen die Preise auf gleichem Niveau.