Atommüllkonditionierung in Braunschweig-Thune

Grüne: Verhandlungen über freiwillige Selbstbeschränkungen reichen nicht aus

Darum geht’s

Im Umweltausschuss fand heute (Montag) eine Anhörung zur Atommüllkonditionierung am Standort Braunschweig-Thune statt.

Das sagen die Grünen

Miriam Staudte, atompolitische Sprecherin

„Das Land muss alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um die geplante Ausweitung der Atommüllkonditionierung in Braunschweig-Thune zu verhindern. Die Situation ist historisch gewachsen, doch der Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner geht vor.“

Gerald Heere, regionaler Abgeordneter aus Braunschweig

„Die CDU will die Situation aussitzen. Wir werden aber nicht einseitig auf ein freiwilliges Entgegenkommen von Eckert & Ziegler setzen. Die Landesregierung muss die laufenden Überprüfungen der Genehmigung zügig abschließen. Denn der Betriebsstandort in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern, Schulen und Kindergärten wäre heute nicht mehr genehmigungsfähig.“

Hintergrund

Die Unternehmen Eckert & Ziegler und GE Healthcare Buchler betreiben in Braunschweig-Thune Anlagen zur Konditionierung von schwach-radioaktiven Abfällen. Die Unternehmen verfügen über weitreichende Umgangsgenehmigungen für radioaktive Stoffe, die bislang nur teilweise ausgeschöpft werden. In der Genehmigung des Grenzwertes ist nur eine Aufenthaltsdauer von 2000 Stunden pro Jahr zugrunde gelegt, was die zulässige Direktstrahlung an der Außengrenze im Vergleich zu allen anderen geltenden Grenzwerten um den Faktor 4,38  erhöht – eine bundesweit einzigartige Regelung.

 

Die Unternehmen am Standort haben Bereitschaft signalisiert, den Umgang mit radioaktiven Stoffen freiwillig zu begrenzen. Das Unternehmen Eckert und Ziegler plant den Bau eines neuen Gebäudes zur Konditionierung von schwach-radioaktiven Abfällen.