Netzausbau in Niedersachsen

Bajus: Mehr Erdkabel dank Rot-Grün

Darum geht’s

Erdkabel können beim Netzausbau zukünftig häufiger eingesetzt werden, davon profitieren sieben Stromleitungsprojekte in Niedersachsen. Mit Unterstützung der rot-grünen Landesregierung hat der Bundesrat heute einer entsprechenden Novelle des Energieleitungsausbaurechts zugestimmt.

Das sagen die Grünen

Volker Bajus, energiepolitischer Sprecher

„Dank neuer Kriterien  wird beim Netzausbau auch in Niedersachsen der Einsatz von Erdkabeln an noch mehr Orten ermöglicht. Das dient der Akzeptanz und beschleunigt dadurch den notwendigen Ausbau. Die rot-grüne Landesregierung hat hierfür im Bund erfolgreich Druck gemacht.“

„Die neuen Erdkabel-Optionen sind eine wichtige Entlastung für viele Menschen in Niedersachsen, die vom Netzausbau betroffen sind. Und erstmals können auch aus Naturschutzgründen Erdkabel zum Einsatz kommen.“

„Einige Leitungsprojekte bleiben aber weiterhin von der Erdverkabelung ausgeschlossen. Diese Ungleichbehandlung muss beendet werden. Um die Trassenführung möglichst verträglich zu gestalten, müssen Erdkabel auf allen neuen Leitungsprojekten zulässig sein.“

Zum Hintergrund

Für alle Gleichstromleitungen gilt künftig ein Erdkabel-Vorrang. Die Planungen für den Verlauf der SuedLink-Trasse werden nun neu gestartet. Auch für die geplante Leitung Emden-Ost – Osterrath gilt die neue Regelung.

Teil-Erdverkabelungen sind zusätzlich nun auch bei diesen Ausbauprojekten im Drehstromnetz möglich:

  • Wehrendorf – Gütersloh
  • Conneforde – Cloppenburg Ost – Merzen
  • Stade-Sottrum – Wechhold – Landesbergen
  • Wilhelmshaven – Conneforde
  • Emden Ost – Conneforde

Bislang war die Erdkabel-Option nach Bundesrecht auf drei Pilotstrecken in Niedersachsen beschränkt: Dörpen/West – Niederrhein, Ganderkesee – St.Hülfe, Wahle – Mecklar. Erdverkabelung ist auf diesen Trassen auf Teilabschnitten zulässig, wenn andernfalls die Abstandsregelungen von 400 Metern zu Wohnsiedlungen bzw. 200 Meter zu Einzelhäusern unterschritten werden und dies wirtschaftlich darstellbar ist. Auch zur Vermeidung von Konflikten mit dem Naturschutz sind Erdkabel künftig möglich.