Pressemeldung Nr. 52 vom

Treffen mit kurdischen Friedensaktivisten Helge Limburg: Menschen in Afrin brauchen schnellstmöglich humanitäre Hilfe

Darum geht’s

Die Niedersächsischen Grünen haben sich heute (22. März 2018) mit einer Gruppe kurdischer Friedensaktivisten getroffen und sich insbesondere über die Situation in Afrin (Syrien) ausgetauscht. 

Das sagen die Grünen

Helge Limburg, parlamentarischer Geschäftsführer und rechtspolitischer Sprecher

„Die Menschen in Afrin, die unter der türkischen Intervention gelitten haben, brauchen schnellstmöglich humanitäre und logistische Hilfe. Die Niedersächsische Landesregierung muss sich im Bund dafür einsetzen, dass insbesondere der Wiederaufbau der zerstörten Schulen und Krankenhäuser sowie die Räumung von Sprengfallen und Minen schnell begonnen wird.“

„Um die Not der Vertriebenen zu lindern, sollte sich Niedersachsen für sichere und legale Fluchtrouten aus der Region Afrin einsetzen. Niedersachsen hat bereits in der Vergangenheit mit der Aufnahme von jesidischen Frauen und Kindern dazu beigetragen, Traumatisierten zu helfen und gefährliche Fluchten über das Mittelmeer zu verhindern. Daran gilt es anzuknüpfen.“

„Es ist gut, dass die Proteste und Demonstrationen in Niedersachsen gegen das Vorgehen der türkischen Armee weitgehend friedlich geblieben sind. Gewalt, egal ob gegen Abgeordnete des Niedersächsischen Landtages oder türkische Geschäfte und Einrichtungen, ist völlig inakzeptabel. Die Sicherheitsbehörden sollten dementsprechend zurückhaltend mit dem Verbot oder der Beschränkung von friedlichen Demonstrationen umgehen. Das zwischenzeitliche Verbot einer Newroz-Veranstaltung in Hannover war sicherlich nicht hilfreich.“

Tengezar Marini, kurdischer Schriftsteller und Journalist

„ Es war erfreulich, dass das Verwaltungsgericht Hannover die Verbotsverfügung der Polizei Hannover aufgehoben hat. Die Gedanken sind frei und lassen sich nicht durch Verbotsverfügungen aufhalten. Eine Demonstration gegen die Politik Erdogans und seinen Krieg in Syrien, eine friedliche Solidaritätsbekundung für die Menschen in Afrin muss in Niedersachsen möglich sein.“

Zum Hintergrund

Die türkische Armee hat durch in Einmarsch ins syrische Afrin weitere massive Fluchtbewegungen verursacht. Auch nach dem teilweisen Abzug der türkischen Armee sind türkische Sicherheitskräfte dort präsent. Gleichzeitig sind sämtliche Krankenhäuser der Stadt weitestgehend zerstört und viele Gebäude vermint. Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist groß.

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