Pressemeldung Nr. 26 vom

Grüne fragen nach A 20 Detlev Schulz-Hendel: Droht Niedersachsen auch eine versunkene Autobahn?

Darum geht’s

Die Ostseeautobahn in Mecklenburg-Vorpommern sackt immer weiter ab. Massive Sanierungsarbeiten und Verkehrsbelastungen sind die die Folgen. Zu möglichen Folgen für die Planung der A 20 in Niedersachsen fordern die Grünen im Landtag Antworten von der GroKo.

Das sagen die Grünen

Detlev Schulz-Hendel, verkehrspolitischer Sprecher

„Angesichts der dramatischen Bilder einer abgesackten Autobahn in Mecklenburg-Vorpommern muss sich die niedersächsische Landesregierung dringenden Fragen stellen. Falls ein Absacken in Niedersachsen nicht ausgeschlossen werden kann, fordern wir den sofortigen Planungsstopp der A 20.“

„Da auch in Niedersachsen auf Moorgebieten gebaut werden soll, haben wir erhebliche Zweifel, ob uns hier nicht ähnliche dramatische Folgen drohen. Die Gefahren liegen auf der Hand – die GroKo darf die Augen davor nicht verschließen.“

Zum Hintergrund

Kleine Anfrage: Folgen der erneut abgesackten Ostsee-Autobahn für den geplanten Bau der A 20 in Niedersachsen

Im Jahr 2005 ist ein Teilstück der sogenannten Ostsee-Autobahn fertiggestellt worden. Der auf Moor bzw. auf Betonpfählen gebaute Autobahnabschnitt der A 20 im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zwischen Tribsees und Bad Sülze ist vor einigen Monaten in Teilen um bis zu vier Meter abgesackt. Mittlerweile ist das Loch auf bis zu 100 Meter angewachsen, neuerdings ist sogar die Gegenfahrbahn in Richtung Stettin abgesackt (u.a. der NDR berichtete darüber am 12.02.2018 unter der Überschrift „A20: Auch Gegenfahrbahn weggebrochen“). Als Ursache vermuten Experten, dass die Betonpfähle in der bis zu 20 Meter tiefen Torfschicht unter der Autobahn gebrochen sein könnten. Teure und aufwändige Sanierungsarbeiten, Straßensperrungen und Umleitungsplanungen sind nun die Folge. Die Reparatur des Autobahnabschnitts wird nach Einschätzungen der Schleswig-Holsteiner Verkehrsministers zufolge bis 2021 dauern und soll 100 Millionen Euro kosten (vgl .Weserkurier 13.02.2018). Die Anwohnerinnen und Anwohner der Gemeinden, die vom umgeleiteten Verkehr betroffen sind, beklagen eine Vervielfachung des Verkehrsaufkommens.

Auch bei den sieben planfestzustellenden Abschnitten der A 20 in Niedersachsen sind Moore betroffen - insbesondere die Teilabschnitte 2 (Wesermarsch) und 7 (Hammahermoor), die auf bis zu 17 Meter tiefen Moorschichten zu bauen wären.

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