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3. März 2010

GRÜNE kritisieren Pläne für geschlossenes Kinderheim

Mauern und Zäune sind pädagogische Bankrotterklärung

Die Landtagsgrünen werfen der Landesregierung vor, dass bei der Planung für das erste geschlossene Kinderheim die pädagogischen Erwägungen hintenan gestellt werden. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Miriam Staudte wies darauf hin, dass die Ankündigung für ein solches Heim im Koalitionsvertrag von CDU und FDP bezeichnender Weise im Kapitel "Justiz" zu finden sei. "Also geht es offenbar weniger um Erziehung als vielmehr um Bestrafung", sagte die Grünen-Politikerin am Mittwoch (heute) in Hannover. "Die Landesregierung unterläuft bewusst den Grundsatz der Strafunmündigkeit von Kindern unter 14 Jahren, indem sie deren geschlossene Heimunterbringung organisiert."

Nach den "ausweichenden Antworten" der Landesregierung auf ihre parlamentarische Anfrage zum Heimkonzept, hat Staudte eine Unterrichtung im Sozialausschuss beantragt, die in der kommenden Woche stattfinden wird. Gerade im Hinblick auf die Hamburger Erfahrungen - dort wurde nach einem Parlamentarischen Untersuchungsausschusses das geschlossene Heim in der Feuerbergstraße geschlossen - müsse ein offener Diskurs mit der Fachöffentlichkeit geführt werden, sagte die Grünen-Politikerin. "Nirgends ist Geheimniskrämerei so fehl am Platze wie bei diesem Thema!"

Die Grünen fordern statt geschlossener Einrichtungen mehr intensivpädagogische Wohngruppen. "In der der Altersgruppe der 10- bis 14- Jährigen ist die notwendige Elternarbeit nur mit dezentralen Angeboten möglich. Mauern sind eine pädagogische Bankrotterklärung", sagte Staudte.

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