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10. September 2009

GRÜNE zum Asse-PUA: „Alles rennet, rettet, flüchtet“

Niemand will von Standsicherheitsproblemen, Laugenzuflüssen und dreifachen Plutoniummengen gewusst haben

Die heutige (Donnerstag) Zeugenbefragung im Asse-Untersuchungsausschuss bestätigt nach Ansicht der Landtagsgrünen den Eindruck, dass sich der bislang größte Atommüllskandal der deutschen Geschichte ohne jegliche Mitwirkung von lebenden Personen der Zeitgeschichte entwickelt haben muss. "Wer auch immer befragt wird: alles rennet, rettet, flüchtet", sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel in Hannover. Es sei mehr als ominös: Würde man allen Angaben Glauben schenken, dann hätte in den brisanten Zeiträumen keiner der bisher vorgeladenen Staatsbediensteten oder Wissenschaftler jemals etwas von Standsicherheitsproblemen, Laugenzuflüssen, falsch deklarierten Fässern und dreifachen Plutoniummengen gewusst, geschweige denn sei dafür verantwortlich gewesen.
"So gesehen bleibt die Asse im wahrsten Sinne des Wortes ein Phänomen umfassendster Verantwortungslosigkeit."
Bezeichnend sei, dass sich der heutige Zeuge Prof. Dr. Manfred Popp als Aufsichtsrat des Asse-Betreibers GSF, als langjähriger Vorstandvorsitzender des Kernforschungszentrums Karlsruhe und als maßgeblicher Atomlobbyist der Kerntechnischen Gesellschaft bei vielen zentralen Fragen als nicht zuständig oder unwissend darstelle.

 

Wenzel erneuerte seine Forderung nach Korrektur der Zeugenliste. "Ohne die Vernehmung der in den letzten Jahren für die Atomforschung und die Atommülllagerung verantwortlichen Politiker wird dieser Ausschuss weiter nur als historisches Seminar in dunklen Asse-Nebeln herumstochern können!"

 

 

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